Demokratie vom Barock zu Beuys

Am vergangenen Freitag führten drei Mitglieder des Integrationsrates Münster durch das LWL-Museum für Kunst und Kultur. Vor selbstgewählten Kunstwerken diskutierten sie gemeinsam mit den Besuchern über die Frage: „Was ist Demokratie für mich?“.
Beginnend an Theodor van Thuldens „Allegorie auf Gerechtigkeit und Frieden“ aus dem Jahr 1659, wurde über die Möglichkeiten, aber auch die Schattenseiten der Demokratie gesprochen. „Für mich“, so Luciano J. de Sales (Vorsitz IBA e.V.), „ermöglicht Demokratie in der Gesellschaft Frieden und Gerechtigkeit. Ich habe eine Stimme, um was für andere Menschen zu tun.“ Damit die Demokratie aber nicht in ein Ungleichgewicht fällt, müsse sie immer wieder neu gesichert werden.
Dass gesellschaftliche Partizipation somit auch für Veränderungen wichtig ist, ließ sich auch zeigen anhand der „Arbeiter vor dem Magistrat“ von Johann Peter Hasenclever. Dieser thematisiert in seinem Ölgemälde die Besetzung des Düsseldorfer Rathauses im Jahr 1848.

Arbeiter vor dem Magistrat – Johann Peter Hasenclever

Arbeiter vor dem Magistrat – Johann Peter Hasenclever

Demokratie erst ermögliche Teilhabe, die aber aktiv genutzt werden müsse. Eigene Vorstellungen und Wünsche umzusetzen, erfordere Mut und das individuelle Einbringung der Bürger.
Die verschiedenen Elemente aus denen eine Demokratie besteht, wurden anschaulich durch ein konstruktivistisches Gemälde von Adolf Fleischmann demonstriert. „Die einzelnen geometrischen Teile ergeben ein Ganzes, ebenso wie die unterschiedlichen Standpunkte aus denen sich die Demokratie zusammensetzt“, erklärte Dr. Ömer Lütfü Yavuz.
Der Spaziergang durch das Museum endete in der Gegenwart und Joseph Beuys „Küchenchef“ von 1964. Gemäß Beuys Motto „Jeder Mensch ist ein Künstler“ und der von ihm proklamierten Demokratisierung von Kunst, entstand ein offenes Gespräch über die Verpflichtungen in einer Demokratie. „Jeder Demokrat muss etwas für die Demokratie tun.“ (Georgios Tsakalidis)

Die Veranstaltungsreihe „Die Welt im Museum“ geht nach einer Sommerpause im Herbst weiter.