Der Einfluss von Flucht- und Migrationserfahrungen auf die pädagogische Arbeit an außerschulischen Lernorten

Kurz vor Ende der Vorlesungszeit besuchte uns eine Gruppe von angehenden Lehrerinnen und Lehrern, die an der WWU Münster das Seminar „Potenzialorientierter Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Flüchtlingshintergrund“ belegen.

Dozent David Rott war auf die Willkommensstätten aufmerksam geworden und man war sich nach kurzem Mailverkehr und einem Vorgespräch sofort einig, dass man schnell einen Termin finden wollte. Erfreulicherweise klappte dies so grade noch in diesem Semester.

Wir erlebten trotz oder grade wegen der bevorstehenden Semesterferien motivierte und neugierige junge Menschen, die unter dem Sitzungstitel „Der Einfluss von Flucht- und Migrationserfahrungen auf die pädagogische Arbeit an außerschulischen Lernorten“ zunächst einen kurzen Vortrag von Dennis Grunendahl hörten, um dann mit den frischen Impulsen die Dauerausstellung „Geschichte Gewalt Gewissen“ des Geschichtsorts Villa ten Hompel zu erkunden.

Schnell wurde klar, dass viele Willkommensstätten-Themen wie „Empathie“, „leichte Sprache“ und „Empowerment“ nennenswerte Schnittmengen mit dem zu erwartenden Schulalltag der Studierenden darstellen.

Der Hauptaugenmerk des Ausstellungsrundgangs lag auf der Suche nach Anknüpfungspunkten, über die man in Gruppen mit unterschiedlichen Geschichtszugängen ins Gespräch kommen kann. Vor allem die Exponate, die sich um Kommunikation und Mobilität drehen, rückten dabei in den Fokus – eben jene Themen, die beinahe universal einsetzbar sind und zu denen jeder etwas beisteuern kann – natürlich nur, wenn man möchte.

Die gemeinsam gewonnenen Erkenntnisse wurden in einer abschließenden Kleingruppenarbeit vertieft, in der sich die Gruppe mit verschiedenen Szenarien, Thesen und realen Zitaten auseinandersetzte.

Sehr intensiv diskutierten wir über die pädagogische Herausforderung, wenn man Menschen einerseits in eine Lerngruppe integrieren möchte, ohne sie andererseits bloß zu stellen.

Unterm Strich war man sich einig, dass die Herangehensweise zwar unbedingt sensibel, aber zwingend problemorientiert stattfinden müsste. Es ist zwar richtig, dass Sprachbarrieren, diverse Geschichtszugänge und bestehende Vorurteile den Unterricht in Schulen wie in Gedenkstätten beeinflussen, aber die multiperspektivischen Einflüsse über den Tellerrand des Geschichtsbuches hinaus bergen auch große Potenziale.

Der verantwortliche Dozent David Rott war mit der Sitzung genauso zufrieden wie wir, sodass weitere gemeinsame Veranstaltungen für die Zukunft geplant sind.